
Es war sonnig und warm. Ich saß mit einem Freund auf der Terrasse und wir unterhielten uns und beobachteten den Himmel über den Dächern der anderen Häuser in Granada (Spanien).
Ich war schon fertig mit meinem Studium der Bildenden Kunst und der Kunstvermittlung. Meine Zeit in dieser Stadt war schon vorbei. Ich hatte dort keine Aufgabe mehr. Nun durfte ich Stück für Stück diesen wunderschönen Ort loslassen.
Nach unserem Gespräch stand ich kurz auf, um mir ein Glass Wasser zu holen, das neben der Tür stand. Sobald ich meinen Körper aufrichtete und anfing zu gehen, wurde mir schwindelig und ich verlor mein Bewusstsein für einige Sekunden. Das war mir schon früher als Jugendlicher oft passiert.
Die interessanteste Erfahrung (nicht die schönste), geschah als ich 15 Jahre alt war. Ich stand vom Tisch auf, wollte in die Küche gehen und plötzlich stand ich bewusstlos ( Anmerkung : bewusstlos kann man nicht mehr stehen! ….? ) vor meiner Mama mit verdrehten Augen. Ich konnte weder sehen ( logisch, wenn man die Augen verdreht hat) noch meinen Körper beherrschen. Meine volle Konzentration lag auf nicht-wieder-auf-den-Boden-zu-fallen und mit Blut im Gesicht zu erwachen. Ich wollte mich nicht wieder verletzen. Meine Mama sah mich aus der Ferne an und weil sie schon meinen Gesichtsausdruck in solchen Fällen kannte, rannte sie zu mir. Ich war aber schneller als sie, weil ich meinen Kopf nicht am Schrank im Eingang des Hauses stoßen wollte (und noch weniger auf den Marmorboden fallen wollte). Ich legte meine Hände auf einen Tisch. Meine Mama hielt meinen Körper gerade und ich fing an zu zittern, als sei das ein kleiner epileptischer Anfall. Während der Sekunden in denen das passierte, sah ich ganz klar ein weißes Licht wie ein Strom der Energie, der von oben nach unten floss.
Im Hintergrund war ein Geräusch ähnlich dem eines milden Windes, der die Bäume bewegt und zwar für eine Weile ständig und gleichmäßig, wie treu zu dem selben Klang als gäbe es nur den einen.
Meine Mama schrie mehrmals meinen Namen, aber ich war nicht in der Lage etwas zu tun. Wenige Sekunden später konnte ich ihr antworten.
Sie machte sich Sorgen. Ich fühlte mich aber nach dieser Erfahrung erneuert.
Nach einigen Jahren durfte ich wissen, dass es eine Reinigung war, eine Auflösung von Informationen, die ich nicht mehr in meinem Körpersystem brauchte.
Was auf der Terrasse in Granada geschah, war trotzdem ziemlich anders. Der Prozess meines Körpers schien ähnlich wie dies und mein Freund sah mich auch zittern. Dieses Mal sah ich aber kein weißes Licht, sondern einen Film!
Stellt dir vor, du guckst einen 6 monatigen Film (keine 120 Minuten Hollywood Film), der auf 5 Sekunden komprimiert und gezeigt ist! Solch schneller Wahnsinn, ein Wunder der Geschwindigkeit, zeigte sich mir. Ich war der Zuschauer von diesem Film, der über mein eigenes Leben in London erzählte. Tausende von Bildern und Geräuschen wurden in mir gespeichert, die ich später an verschiedenen Orten von London erkennen durfte. Ich hatte aber zu dieser Zeit, während dieses Gesprächs in Granada mir keine Gedanke über London gemacht.
Kurze Zeit später war ich in Ronda und besuchte, wie immer wenn ich dort war, meinen Freund und Lehrer in seinem Yogazentrum. Vicente hatte mich schon mehrmals darauf hingewiesen und ich hatte das Gefühl, dass er eine Antwort auf meine Erfahrungen haben könnte. Nach meiner Frage sagte er, dass es eine Bewusstseinsspaltung sein könnte, in dem der “spirituelle Körper” für wenige Sekunden mit anderen Ebenen eine enge Bindung aufnimmt, um etwas zu bekommen oder um etwas zu geben.
Das war interessant, aber noch mehr das folgende:
Ein Teil meines Seins reagiert so, als wäre ich besser (höher entwickelt) als andere Menschen. Zum Glück wurde ich schon damals von der indischen heiligen Schrift “Bhagavad Gita” und Lehrern des Sufismus in dieser Zeit begleitet. Das half mir diese Erfahrungen mit Normalität zu betrachten.
Im Yoga wird gesagt, dass die spirituellen Ereignisse nur Erfahrungen sind und der Mensch, der sich mit dieser Erfahrung identifiziert, kann in Verhaftung gelähmt bleiben und deshalb das wahre Selbst nicht verwirklichen.
Was hier geschieht ist ein Prozess der Heilung, mit der man sich zu dem Selbst (Gott oder wie auch immer man es nennen möchte) annähert.
Irgendwie klang das, als sei man weit davon entfernt bzw als ob es einen langen Weg bis dahin gäbe. Plötzlich kam mir eine Lektion in den Kopft wie das Flüsterns des Windes : Es geht nicht um ein “nach vorne laufen”, sondern um ein “zu sich kommen”, denn wenn wir uns von etwas reinigen können, das bedeutet, dass es “vorher” schon sauber war!
Wenn es “vorher” in seinem Ursprung in einem reinen Zustand war, das heißt, dass die Heilung im Grunde der Weg zum Ursprung zur Reinheit ist. Ist das auch für dich verständlich?
Mikrobiologie, Quantenphysik und die Forschungen in der Neuroplastizität, welche andere Menschen gemacht hatten, gaben mir die Chance zu wissen, dass es in unserem Körper jenseits der subatomaren Prozesse in der Essenz eine Art der Leere gibt, die alle folgenden Prozesse bis zur Oberfläche unseres Körpers Impulse gibt und unterstützt: Ein intelligentes Feld, das sich jenseits unserer gewöhnlichen Wahrnehmung über Zeit und Raum bewegt.
Die Wissenschaft zeigt, dass es nach einer bestimmten Tiefe unseres Körpers (und der materiellen Welt allgemein) “etwas” gibt, das überall ist und gleichzeitig nirgendwo, denn die Teilchen dieses “etwas” befinden sich nicht ständig am gleichen Ort, zur gleichen Zeit und in gleicher Form.
Ich lernte dann, dass die Prozesse in der Natur, damit sind alle Pflanzen, Tiere und Menschen gemeint, von Ereignissen beinflusst sind, die sich jenseits der bekannten 4 Dimensionen (3 + Zeit) befinden.
Diese Erkenntnisse brachten mir die folgenden Fragen: Was ist in diesem Feld? Was gibt es über diese 4 Dimensionen von Raum und Zeit hinaus? Wenn diese Ereignisse auch mit unserer materiellen Welt und Körper zu tun haben, heißt das, dass diese Welt in enger Verbindung mit anderen Dimensionen steht?
Eine Sache schien mathematisch deutlich: Die anderen Dimensionen sind nicht so weit weg wie wir oft denken. Sie sind mehr als nah, denn sie gehören zu dieser erscheinenden Realität und beeinflussen die Prozesse der Zestörung und der Schöpfung der Natur und letzten Endes haben sie eine Wirkung auf unsere gesundheitlichen und spirituellen Prozesse.
Heilung ist ein Prozess, der in der Multidimensionalität und jenseits der linearen Zeit geschieht und findet nicht nur auf den sichtbaren oder messbaren Teilen unseres Körpers statt. Jedes körperliche Symtom zeigt nur die Sprache einer höheren Kraft und Weisheit, zu der wir gehören, weil wir bewusst oder unbewusst diese Kraft erinnern wollen.
Wofür würde sonst der Körper etwas zeigen wollen?
Seitdem sind Spiritualität und Gesundheit für mich nicht mehr getrennt, sondern die Äußerung eines tiefen und heiligen Prozesses, der zu Selbsterkenntnis führt.

